Die Geschichte von Bodenmais
Die meisten kennen Bodenmais als den Tourismusort im Bayerischen Wald. Doch dass sich Bodenmais erst seit relativ kurzer Zeit diesen Ruf erarbeitet hat, ist nur wenigen bekannt. Die Geschichte von Bodenmais kennen noch weniger Menschen, auch nicht die Mehrzahl der Einheimischen, die “Bomoesser”. Aus diesem Grund möchte dieser Artikel einen kleinen Abriss über die Entwicklung von Bodenmais vom Bergbaudorf zum Tourismusort wiedergeben.
Das Goldwerch ze Pabennaiz
Die Geschichte von Bodenmais ist eng verknüpft mit dem Hausberg von Bodenmais, dem Silberberg. Der erste Bericht der über Bodenmais verzeichnet ist, ist die Erwähnung im Urbar der bayerischen Herzöge um 1300, das von dem “Item das Goldwerch ze Pabenmaiz” berichtet. Als Siedlung ist Bodenmais wahrscheinlich schon einige Jahrzehnte früher entstanden.
Die Allmächtige Gottesgabe im Silberberg
Hier wurde die Jahre hindurch nach Silber geschürft, wodurch sich Bodenmais 1522 den Titel “vollkommen gefreite Bergstadt” erarbeiten konnte. Dieser Titel wurde vom bayerischen Herzog vergeben. Zu dieser Zeit siedelten sich auch die ersten Glashütten in Bodenmais an. Betrieben wurden diese als Kloster- und Stadthütten. Die Einwohner von Bodenmais durften ab jetzt den Bürgermeister, den Richter und die Räte frei wählen, sowie am Samstag einenWochenmarkt am Samstag und täglich einen Lebensmittelmarkt abhalten.
Nach und nach ging die Förderung von Edelmetallen ins Stocken, was im Jahre 1542 dazu führte, dass das Silberberg-Bergwerk auf die Produktion von Vitriol umstellte. Dieses fand guten Absatz und wurde zu dieser Zeit zum Färben von Stoffen verwendet. 1580 wird Bodenmais Hofmark.
1822 kam die Gemeinde, die bis dahin dem Landgericht Viechtach unterstellt war, zum Landgericht Regen. Als Grund wurde die geographische Nähe genannt, sowie bessere Verkehrsverhältnisse.
Die damalige Blütezeit erlebte Bodenmais im Kaiserreich, in den Jahren 1870 bis 1914. Ab sofort wurde abermals umgestellt und Potée hergestellt, was damals zum Schleifen von Gläsern und Polieren von Spiegeln benötigt wurde und in die ganze Welt geliefert wurde. Trotzdem blieb Bodenmais jedoch das “Armenhaus des Bayerischen Waldes”, denn die Glasindustrie war die einzige Industrie, die sich in Bodenmais ansiedeln wollte. Deshalb erkannte man zu dieser Zeit, dass auch der Fremdenverkehr eine mögliche Erwerbsquelle darstellen könnte.
Der Bahnanschluss in den 20er Jahren
Am 3. September 1928 wurde die Bahnstrecke zwischen Zwiesel und Bodenmais eröffnet. Ein geplanter Weiterbau durch das Zellertal über Drachselsried bis nach Kötzting wurde aber nicht realisiert.
Der Tourismus nimmt seinen Anfang
Nachdem Mitte der 30er Jahre der Tourismus in Bodenmais immer mehr zunahm, geriet der Fremdenverkehr immer mehr in den Fokus des Ortes. 1945 wurde Bodenmais zum Luftkurort und 1958 zum Markt erklärt. Das Sahnehäubchen war das Prädikat “Heilklimatischer Kurort”, der dem Ort 1992 verliehen wurde, da Bodenmais damit der einzige heilklimatische Kurort im Bayerischen Wald ist.
Durch diese Entwicklung und der Rationalisierung des Herstellungsverfahren in der Industrie war das Bodenmaiser Potée zu dieser Zeit nicht mehr konkurrenzfähig und die Produktion wurde 1962 eingestellt. Ab nun wurde auf Glasveredelung umgestellt und Bodenmais wurde zum Glasveredelungszentrum mit der größten Auswahl an Bleikristallen in Deutschland. Seit dieser Zeit wurde der Stollen im Silberberg bereits zur Asthmatherapie genutzt.
Bergbau und Glashüttentradition
Dies ist jedoch kein Grund, von der Bergbau und Glashüttentradition abzurücken oder diese gar zu verleugnen. Wer als Gast aufmerksam durch den Ort marschiert, sieht an vielen Plätzen noch die Zeugen dieser Zeit. So wird das Bergwerk im Silberberg noch als Besucherbergwerk betrieben und enthält viele Schaustücke aus der Bergmannstradition von Bodenmais. In der Nähe des Silberbergs befindet sich auch die Ausgrabungsstätte einer der alten Vitriolhütten. Die Ausgrabungsstücke dieser Vitriolhütte werden im Alten Rathaus ausgestellt. Auch die Glashütte im JOSKA-Bodenmais-Werk zeigt in verschiedenen Ausstellungen das damalige Leben in den Glashütten. So bleiben die Traditionen auch für die Nachwelt erhalten.
Sie interessieren sich für weitere Details der Bodenmaiser Geschichte?
Im Verlag Morsak sind mehrere Bücher über die Geschichte von Bodenmais erschienen. Hier ist zu allererst das Buch Bodenmais: Vom Bergbaudorf zum Luftkurort zu nennen. Geschrieben wurde dies von Siegfried Weikl, dem ehemaligen Bürgermeister von Bodenmais. Dieses Buch legt den Schwerpunkt auf die Geschehnisse im 20. Jahrhundert im Tourismus-Bereich des Ortes.
Der Bodenmaiser Historiker Reinhard Haller verfasste die Buchreihe Bodenmais… und die Bomoesser. Die Reihe besteht aus drei Büchern und behandelt im ersten Band das Alltagsleben in den Jahren 1806-1918. Der zweite Teil befasst sich mit dem Alltagsleben in der Weimarer Republik 1919-1933. Im dritten Teil wird auf das Alltagsleben im Dritten Reich 1933-1945, sowie auf die schwere Zeit der Nachkriegsjahre 1945-1949 eingegangen.
Auf die Tourismusentwicklung seit dem Jahre 2007 (der Gründung der Bodenmais Tourismus und Marketing GmbH) geht das Buch Bodenmais zwischen Fremdenverkehr & Tourismusindustrie ein, das vom Geschäftsführer der BTM, Andreas Lambeck, im Jahr 2010 veröffentlicht wurde.






